Homeoffice Herausforderungen erfolgreich meistern

Trennung von Familie und Beruf anstelle andersrum ...

Herausforderungen im Homeoffice

 

Durch die Corona-Krise ist die Zahl der Menschen, die nun im Homeoffice arbeiten stark gestiegen. Immer mehr Menschen (ca. 75%) können sich eine Arbeit im Homeoffice vorstellen oder wünschen sich diese ausdrücklich aufgrund von COVID-19. Dies geht aus einer Infografik von Statista hervor. Doch die Arbeit im Homeoffice kann neben vielen Vorteilen auch ein paar Herausforderungen mit sich bringen. Wir werden Ihnen hier die häufigsten Schwierigkeiten aufzeigen und ein paar Tipps geben, wie Sie diese gut bewältigen können.

1. Fehlende Disziplin & Motivation

Insbesondere an Disziplin und Motivation mangelt es schnell im Homeoffice. Bei der Arbeit in der Firma ist man gezwungen zu arbeiten, da man vor Ort und oftmals unter „Aufsicht“ ist. Die Motivation kann natürlich trotzdem fehlen. Auch bedeutet es nicht, dass man produktiv und effizient arbeitet. Durch die freie Zeiteinteilung im Homeoffice muss man eine Struktur aufbauen, damit die Disziplin nicht verloren geht. Hierfür bietet es sich an einen Zeitplan mit festen Arbeits- und Pausenzeiten zu erstellen. Weiterhin können Methoden wie Pomodoro, Eat-the-Frog und eine Prioritätenliste helfen die Disziplin aufrecht zu halten. Außerdem kann ein eigener Arbeitsbereich auch sehr disziplinfördernd sein, da wir diesen von der Arbeitsstelle gewohnt sind.

Zur Unterstützung der Motivation gibt es ebenfalls verschiedene Möglichkeiten. Laut psychologischer Sicht ist es effektiver sich von innen heraus, also z.B. durch eigene Ziele zu motivieren, als von außen z.B. durch den Arbeitgeber oder einen Kollegen motiviert zu werden. Ein eigenes Ziel könnte hier beispielsweise das erfolgreiche Abschließen eines Projektes sein und die darauf folgende Belohnung einer Tafel Schokolade (oder ein Teil davon). Dies soll selbstverständlich nur gemacht werden, wenn die Motivationssteigerung absolut notwendig ist um zu arbeiten, sonst könnte ein solches Verhalten zu Übergewicht oder im schlimmsten Fall zu einer Sucht führen.

2. Trennung von Privatleben und Arbeit

Meistens fällt es Arbeitnehmern schwer im Homeoffice die Arbeit vom Privaten zu trennen, da man zuhause ist und theoretisch auch mal schnell etwas im Haushalt machen kann. Hier hilft ebenso der Zeitplan mit den festen Arbeits- und Pausenzeiten weiter. Pausen müssen im Homeoffice wie auf der Arbeit außerdem nicht zwingend lang sein. Es genügen auch kurze Pausen um mal an etwas anderes zu denken und sich z.B. einen Kaffee zu holen, da normalerweise im eigenen Zuhause alles in der Nähe ist. So kann man beispielsweise auch in einer Pause die Waschmaschine mit der schmutzigen Wäsche anmachen, in der nächsten dann Leeren.

Weiterhin ist es wichtig sich einen eigenen Arbeitsbereich zu schaffen damit andere Haushaltsmitglieder und man selbst nicht gestört wird. Sitzt man an einem Arbeitsplatz wissen diese dann genau, dass man nicht unterbrochen werden möchte, da man gerade arbeitet. Das ist auch für Kinder und Haustiere leichter verständlich als ohne „abgestecktes Revier“.

3. Mangelnde räumliche Begebenheiten

Mehrfach wurde bereits ein eigener Arbeitsbereich empfohlen. Aber was ist, wenn dazu der Platz fehlt?

Man kann auch andere Tische als Schreibtische nutzen, die eine gute Sitzhöhe ermöglichen, wie z.B. den Küchentisch. Hierbei ist es zu empfehlen den gefundenen Arbeitsplatz nach und nach immer weiter zu optimieren. Außerdem kann der Arbeitsbereich durch andere Hilfsmittel markiert werden. Nimmt man das Beispiel mit dem Küchentisch, so ist es möglich diesen zeitlich zu markieren. Da arbeitet der „Heimwerker“ immer von 07:00 Uhr bis 15:00 Uhr am Küchentisch während die Kinder in der Schule sind. Auch sichtbare oder hörbare Markierungen sind möglich. So hängt z.B. ein Schild an der Küchentür, wenn jemand am Küchentisch arbeitet und das sonst alltägliche Radio ist ausgeschalten. Es gibt viele Möglichkeiten um sich einen eigenen Arbeitsbereich zu schaffen, auch wenn die Räumlichkeiten fehlen. Dafür sind etwas Ideenreichtum, gemeinsam getroffene Vereinbarungen, sichtbare Zeichen und gegenseitige Rücksichtnahme (auch auf die Arbeitspflicht) von allen hilfreich.

4. Umsetzung des Arbeitsschutzgesetzes

Für die Sicherheit am Arbeitsplatz müssen wir im Homeoffice selbst sorgen, auch wenn der Arbeitgeber offiziell dafür verantwortlich ist. Hierfür werden verschiedene Vorschriften im Arbeitsschutzgesetz festgelegt. Dieses gilt in allen Arbeitsbereichen und für nahezu alle Arbeitnehmer. Es gilt nicht für Selbstständige, Freiberufler und Gewerbetreibende. Über diese gesetzlichen Grundlagen muss man sich erstmal selbst informieren um diese einhalten zu können. Dazu kann auch der Arbeitgeber, der Arbeitsschutzbeauftragte des Unternehmens oder das Internet befragt werden.

Die Recherche und Umsetzung der Vorschriften im Homeoffice scheint zwar sehr aufwendig zu sein, aber sie ermöglichen ein sicheres Arbeiten und meistens müssen sie auch nur einmal umgesetzt werden, wenn sich an dem Raum nichts verändert.

Um für alle Beteiligten auf der sicheren Seite zu sein, empfiehlt es sich, ein Foto einfach mit dem Handy vom Home-Office Arbeitsplatz zu machen und an den Arbeitsschutz-/Sicherheitsbeauftragten zu senden. Die viel aufwendigere und meist weniger gewollte Alternative ist, den Chef oder den Arbeitsschützer in die privaten Räume zu lassen, denn dazu hat er nicht nur das Recht, sondern sogar die Pflicht.

5. Mehrarbeit/Arbeitszeiten einhalten

Im Homeoffice kann es schnell passieren, dass man mehr Stunden arbeitet. Man denkt dann möglicherweise, dass z.B. die Kinder an dem Tag erst später nach Hause kommen und man daher noch länger arbeiten kann. Um einzelne Stunden vorzuarbeiten oder Minusstunden abzubauen, ist das in Ordnung. Jedoch wird es schnell schädlich für die Gesundheit, wenn man es regelmäßig so macht. Daher sollte man, wenn man keine Minusstunden hat, die Arbeit beenden, sobald man seine Stunden gearbeitet hat.

6. Soziale Kontakte

Häufig haben Arbeitgeber und Arbeitnehmer Angst vor dem Mangel sozialer Kontakte im Homeoffice. Natürlich sieht man die Kollegen nicht mehr wie üblich am Arbeitsplatz. Jedoch müssen Absprachen etc. trotzdem gemacht werden, bei denen man mit den Kollegen redet oder diese sogar sieht. Weiterhin hat man soziale Kontakte mit Freunden, Familie und Haushaltsmitgliedern trotz Homeoffice. Also ist diese Angst unbegründet.

Nutzt man diese Ratschläge und bewältigt die Herausforderungen, bringt das Homeoffice sehr viele Vorteile und Chancen mit sich.