Axiologie vs. Typologie

Bei den Testverfahren in der Personal- und Eignungsdiagnostik kommen sowohl die Axiologie als auch die Typologie in der Praxis zum Einsatz. Bei der Typologie werden Menschen basierend auf gleichen oder ähnlichen Eigenschaften und Merkmalen Gruppen zugeordnet. Die Axiologie hingegen betrachtet jeden Menschen als ein Individuum und untersucht dessen Wertvorstellungen. Dadurch kommt es bei der Typisierung zu einer einfachen und oberflächlichen Untersuchung, während die Axiologie auf Werten basierend und logisch einen Menschen tiefergreifend betrachtet.

Typologische Testverfahren haben den Vorteil, dass ihre Ergebnisse sehr leicht verständlich sind, wohingegen bei axiologischen Tests die Ergebnisse aufgrund ihrer Komplexität genauer erklärt werden müssen. Untersuchungen, die in ihrer Auswertung Werte und deren Ausprägung angeben, stellen einen Menschen sehr viel transparenter dar, als Tests, die die Probanden lediglich zu einer Merkmalsgruppe zuordnen. Dadurch ermöglichen axiologische Testverfahren eine bessere Einschätzung der Testpersonen.

Die Anwendung der Typisierung wird häufig auch als „Schubladendenken“ bezeichnet, da Menschen aufgrund von einzelnen Eigenschaften einer Gruppe zugeordnet werden, die ähnliche Eigenschaften aufweist. Jedoch ist eine Zuordnung zu einer Merkmalsgruppe meistens nicht besonders aussagekräftig, da Menschen zahlreiche Eigenschaften mit vielfältigen Facetten haben.

Ein bekanntes Beispiel für die Anwendung von Typologie ist die Astrologie. Menschen werden anhand ihres Geburtszeitraumes Sternzeichen zugeordnet, die dann etwas über die Persönlichkeit des Menschen verraten sollen. Dies ist absolut nicht aussagekräftig. Häufig wird die Typisierung bei den klassischen Testverfahren, die auf den Lehren von C.G. Jung und M. W. Marston beruhen, eingesetzt.

Axiologische Testverfahren bieten dahingegen eine Möglichkeit den Menschen als Individuum zu betrachten und stellen genauere und stabilere Ergebnisse bereit. Typologische Einschätzungen von Menschen finden durch Beobachtungen statt und sind philosophisch. Sie hängen stark von der untersuchten Referenzgruppe ab. Dahingegen beruhen axiologische Untersuchungen auf Logik und sind wissenschaftlich. Es gibt dabei keine Abhängigkeit von den Eigenschaften und Merkmalen der Personen. Sie erfassen jeden Probanden unabhängig von den anderen und schließen dadurch eine mögliche Diskriminierung aus.

Schlussfolgernd sind typologische Testverfahren zwar einfacher aufgebaut und ihre Ergebnisse sind leichter verständlich, aber im Vergleich zu axiologischen Testverfahren sind sie ungenau und nicht ausreichend aussagekräftig. Außerdem verstoßen Typologien gegen alle Regeln der Kunst, da die getroffenen Aussagen oft auf eine Eignung bezogen werden (“Vertriebler müssen rot sein”). Die Umsetzungen scheitern leider zu oft daran, den Gütekriterien und den Ansprüchen der DIN 33430 gerecht zu werden. Sind die Verfahren dann auch noch normativ, liegt meist ein Verstoß gegen AGG und ADG vor.

Diese historischen Unzulänglichkeiten, welche berechtigt Zweifel an und zu einem pauschalierten Image-Schaden bezüglich eignungsdiagnositscher Tools geführt hat, können von ValueProfilePlus durch seinen axiologischen Aufbau und weitere Merkmale alle ausgeschlossen werden.

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